Bei bewohnten Häusern die noch nicht ans elektrische Stromnetz angeschlossen sind, kommt heute meistens irgendwann die Frage wie man sich diese Annehmlichkeit aneignen kann.

Gibt es in der Nähe schon eine Stromleitung, kann man meist daran anknüpfen. Hat man das nicht zur Auswahl, dann bleibt nur der Weg über eine eigene "Insel"-Lösung.

 

Für die Lösung mit einem knatternden Generator konnte ich mich nicht erwärmt. Aber bei den Photovoltaik-Produkten blickte ich auch nicht durch. Da kam die Anfrage eines Kollegen sehr passend, doch bei der Energiewendegenossenschaft Region Winterthur mit, und mich zum PV Planer ausbilden zu lassen. Im Kanton Graubünden steht die Gründung der Solar GR Genossenschaft noch aus.

 

Seit 2014 sind für Aufdach PV Anlagen keine Baubewilligungen, sondern nur noch eine Baumeldung nötig, wenn folgende Auflagen eingehalten werden:

- Rechteckige Fläche
- max. 20cm Höher als das bisherige Dach
- darf den First nicht übrragen
- in Geschützen Ortsbildern zum nicht erlaubt oder nur Indach-Anlagen erwünscht.

Durch diese Gesetzesänderung war mir gleich klar, dass es wohl auch Ausserhalb der Bauzone einfacher werden wird, eine PVA zu erstellen.

 

Einmal etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und die Sache gleich richtig zu machen, bezahlt sich spätestens dann aus, wenn mehr Verbraucher hinzu kommen. Deshalb begann ich zuerst mit einer Liste:

- Anzahl möglicher Lampen, pro Zimmer und ca. Benützungszeit
- Mögliche Steckdosen und zusätzliche Verbraucher:
  - Natel auf laden
  - Laptop betreiben
  - Kühlschrank
  - Radio
  - Router & Switch für Internet
- Pumpe für Abwasser

Das ganze sollte man dann noch etwas erweitern und zwar welche Geräte auch mehrere Tag unabhängig laufen sollten und auf welche Sachen man z.B. mit Kerzen und Taschenlampen ausweichen könnte. All das zusammen ergibt dann einen möglichen Strombedarf bei dem man schnell merkt, dass nur eine kleine Autobatterie nicht ausreicht.

In meinem Fall wären vier 12V Bleibatterien à 200Ah in Serie geschaltet (48V) dann die Lösung gewesen. Dies auch aus dem einfachen Grund, dass Bleibatterien schneller altern, je mehr man sie Entlädt.


 

Zwischen dem Solargenerator (PV Modulen) und dem Laderegler gehört noch ein GAK (Geräteanschlusskasten) möglichst ausserhalb des Hauses. Dieser GAK beinhaltet Sicherungen welche Überspannungen z.B. durch einen Blitz oder Statische Aufladungen an einen Erdleiter abgeben. Ich wollte einen GAK, welcher auch noch Schalter drin hat, um den Stromfluss ab zu stellen wenn nötig (Wartung, Feuer,...).

 

Der Laderegler macht aus der DC-Spannung vom Solargenerator (den zusammen geschalteten PV Paneelen) dann eine DC-Spannung welche für das Laden der Batterie / der Akkus passt.
Bei einer PV Anlage, welche an eine bestehende AC Hausinstallation angeschlossen wird, macht ein Wechselrichter aus der DC-Spannung dann AC-Spannung.

 

 

Gutes Buch auch mit praktischen und verständlichen Erläuterungen:

Autonome Stromversorgung

von Philipp Brückmann und Georg Bopp
Erschienen 17.07.2020 - 5. aktualisierte Auflage
ISBN : 978-3-947021-19-2