Abwasser - Kleinkläranlage

Früher genügte es, wenn man für das WC eine Trockentoilette hatte, wobei die Feststoffe sich stapelten und dann wie im Kompost verrotteten und das Schmutzwasser in einer Sickergrube seinen Weg suchte.

Eine andere Lösung, welche auch bei meinem Alphüsli noch in Betrieb ist, war das Einleiten des Abwassers in eine Jauchegrube eines Kuhstalls.

Beides ist heute nur schon wegen der Mengen an Abwasser nicht mehr Zeitgemäss und deshalb auch schon länger bei Neu- und Umbauten verboten worden.

Früher wurden Kleinkläranlagen meist als etwas für Öko-Fitzen belächelt.
In der Zwischenzeit gibt es so viele verschiene Varianten, welche auch von den Behörden getestet und zugelassen wurden, dass man diejenige für seine spezielle Anforderung passende Anlage aussuchen kann!

Diese Anlagen haben alle den Vorteil, dass zuerst alles Dicke in einem Behälter abgelagert wird und danach das Schmutzwasser über eine oder mehrere Reinigungsstufen läuft. Am Ende der Klärung ist das "Grauwasser" soweit gereinigt, dass es einem Bach beigemischt oder in eine Sickergrube geleitet werden darf.

Die Kleinkläranlagen sind für einen normalen ganz Jahreshaushalt (WC, Dousche, Wäschewaschen,...) in den angegebenen Personenzahlen ausgelegt. Dann muss ca. Ein bis zwei mal im Jahr der Feststofftank geleert und in eine grossen Kläranlage abgeführt werden. Bei einem nur Wochenweise benützten Ferienhaus kann es auch mehrere Jahre bis zur leerung dauern.

Das abführen von 1-2 m3 Feststoffen ist sicher auch finanziell interessant! Wenn man jeweils eine ganze Jauchegrube mit sehr hohem Wasseranteil abführen muss, geht das auf die Dauer auch ins Geld und wiegt irgend wann den Bau einer Kleinkläranlage auf...


Für mein Alphüsli bevorzuge ich eine stromlose Anlage. Da das Gebäude auch praktisch zu unterst auf meinem Grundstück ist kommen für mich zwei vom System her gleiche Anlagen (ClaraFlow BioRock / Clear Fox natur) in betracht.

Für die Versickerung des gereinigten "Grauwassers" bin ich mit meinem Nachbarn einen Vertrag am ausarbeiten. Es ist heute scheinbar nicht mehr zwingend notwendig so einen Vertrag als Servitut im Grundbuch ein zu tragen, aber besser wäre es wohl alle mal.

Für die Erstellung der Kleinkläranlage rechne ich mit Kosten von ca. 30'000.- (2016), wobei die Anlage inklusive Montage und der Aushub mit wieder zudecken jeweils knapp die hälfte ausmachen und noch ca. 15% Reserven für ungeplantes drin sind.

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